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Einladung zur Gartenarbeit auf dem Kirchhof

Gartenarbeit auf dem Kirchhof am 16. September von 11 bis 13 Uhr

Wir bitten wieder einmal um ihre Mithilfe beim Aufräumen auf dem Kirchhof. Es ist erstaunlich, wie viel unsere Helfergruppe bei dem letzten Einsatz in nur zwei Stunden geschafft hat. Der Kirchhof wurde wieder ein Stück mehr von Unkraut und Wildwuchs befreit. Zwei Stunden sind auch für Ungeübte gut zu bewältigen. Es gab zuletzt keine Klagen über Blasen an den Händen oder Rückenschmerzen am nächsten Morgen. Die Eigenleistung hat den Vorteil, dass es uns viel Geld spart. Ein Beispiel: Für das Entfernen von Efeu veranschlagt ein uns vorliegendes Gutachten pro Grab 50 Euro. Die Arbeit lässt sich in höchstens zwanzig Minuten problemlos erledigen.

Haben sie Lust aufs Gärtnern?

Alle, die keinen eigenen Garten haben, ihren grünen Daumen erproben wollen oder zusammen mit ihren Kindern Natur aus erster Hand erleben wollen, bietet sich jetzt die Gelegenheit – auf dem Kirchhof an der Alten Dorfkirche. Der alte Dorffriedhof ist zwar ein geschütztes Natur-und Gartendenkmal. Aber es ist geplant, ihn an das Leben anzubinden, ihn als Oase der Ruhe inmitten des quirligen, geschäftigen Treibens in Zehlendorf für Interessierte zu öffnen.

Auch die Dankmalschutzbehörde hat ein offenes Ohr für diese neuen Pläne, solange sie mit den denkmalpflegerischen Vorgaben harmonieren. Auf dem Kirchhof gibt es einige Flächen, die nie als Gräber genutzt wurden und sich für eine Neugestaltung eignen. Uwe Mädger, neues Mitglied im Gemeindekirchenrat, ist unser Fachmann, der das Projekt leiten wird. Er ist Landwirt, der einen eigenen Garten-und Landschaftsbetrieb geführt hat.

Zunächst heißt es aufräumen! Bäume und Sträucher müssen zum Teil gerodet und zurückgeschnitten werden. Dann wird sich zeigen, welche Flächen sich für Neupflanzungen eignen. Es gilt, die Form und Anlage der Beete zu planen. Auf einem Kirchhof liegt es nahe, einen Bibelgarten anzulegen. Maulbeerbäume gibt es ja schon: Der Zöllner Zachäus ist auf einen Maulbeerbaum geklettert, um Jesus besser sehen zu können. Jesus selbst spricht vom Weinstock als Sinnbild unseres Verhältnisses zu Gott. Er spricht auch von Minze, Kümmel, Dill und Senf und natürlich der Lilie, die schöner ist als Salomons Seide.

Eine Fülle von Anregungen findet man in Klostergärten, in denen würzig-aromatische und heilende Kräuter wachsen, zum Beispiel Zitronenverbene, Melisse, Kamille, Beifuß, Schafgarbe, aber auch Blumen, wie Pfingstrosen oder Ringelblumen. Viele Hinweise finden sich auch in den Schriften von Hildegard von Bingen, der Benediktinerin des Mittelalters, die viel Erfahrung mit Kräutern gesammelt hat.

Die Auswahl auf dem Kirchhof an der Alten Dorfkirche wird das Gartenteam treffen und sie richtet sich natürlich nach dem Bedingungen des Standortes. Die Blüten der Pflanzen werden auch Insekten, Schmetterlinge und Bienen anlocken, sodass auch nach einem Betreiber eines Bienenstocks gesucht wird.

Gärtnern bedeutet Arbeit und Mühe und Belohnung mit Sinnesfreuden und Genuss. Mit dem gemeinschaftlichen Gärtnern im Bibelgarten wird auch eine Verbindung zum Garten Eden geschaffen. Gott hat den Menschen den Garten anvertraut und ihnen den Auftrag gegeben, seine Schöpfung zu pflegen und zu bewahren.

Interessierte melden sich bitte per E-Mail bei Uwe Mädger: uwe@uebungsscheune.berlin. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 11. September: Gemeinsam Denkmale erhalten!

Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 11. September: Gemeinsam Denkmale erhalten!

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten!“ steht der diesjährige Tag des Offenen Denkmals, der alljährlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet wird. Auch die Alte Dorfkirche wird an den beiden Tagen ihre Tür öffnen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, der Gemeinde sowohl in der Kirche als auch auf dem Kirchhof alles zu zeigen, was wir zur Vorbereitung des Jubiläums der Dorfkirche 2018 geplant haben.

„250 Jahre Alte Dorfkirche 2018“ heißt das Projekt zur Sanierung der Kirche, von dem wir in den Paulus Blättern schon mehrfach berichtet haben. Viel anschaulicher als Berichte und Fotos ist der eigene Eindruck vor Ort, zu dem nun Gelegenheit besteht. Sie können die Risse in den Mauern inspizieren und den Wildwuchs auf dem Kirchhof selbst in Augenschein nehmen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe werden Ihnen auf Ihre Fragen eine Antwort geben und die  Gutachten und Empfehlungen, die wir bislang eingeholt haben, erläutern. Und natürlich sind auch Sie mit ihren Anregungen und Ideen gefragt!

Dazu könnte das Motto „gemeinsam Denkmale erhalten“ nicht besser passen. Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die große Aufgabe der Sanierung zu stemmen. Ein ehrgeiziges Ziel besteht darin, das Geld für die Sanierung einzuwerben. Anträge an Stiftungen und öffentliche Einrichtungen wurden gestellt, aber nur gemeinsam mit der Gemeinde und ihren Mitgliedern werden wir die erforderlichen Mittel aufbringen können. Unser Spendenaufruf an die Gemeinde beginnt am Tag des Offenen Denkmals.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren, Sie können gezielt für das Projekt, dass ihnen am Herzen liegt, spenden, zum Beispiel eine Neupflanzung auf dem Kirchhof oder die Neugestaltung des Altarraumes. Oder aber sie können ihre Spende allgemein dem gesamten Projekt zugute kommen lassen. Ein Flyer wird die verschiedenen Möglichkeiten erläutern.

Wir freuen uns auf ihren Besuch, auf ein Gespräch bei Gebäck und einer Erfrischung. Für die Veranstaltung haben wir eigens ein Rezept kreiert: einen Keks mit Maulbeeren und Nüssen, angeregt durch die Maulbeerbäume des Kirchhofes. Ins Gespräch kommen können Sie auch mit Kara Huber. Sie ist als Expertin für Dorfkirchen im Beirat des Sanierungsprojektes und wird einen kurzen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Unser Kleinod erhalten und gestalten“ halten. Den Abschluss des Wochenendes bildet ein musikalischer Ausklang mit Orgelmusik mit Kantor Cornelius Häußermann.

Programm

  • Besichtigung der Alten Dorfkirche am
    Samstag, 10. September, 10 bis 16 Uhr
    (Von 14 bis 15 Uhr bleibt die Kirche wegen einer Trauung für Besichtigungen geschlossen. In dieser Zeit besteht Gelegenheit, das Heimatmuseum nebenan zu besichtigen.)
  • Sonntag, 11. September, Tag des Offenen Denkmals, 10 bis 16 Uhr
    15 Uhr Kurzvortrag und Diskussion „Unser Kleinod erhalten und gestalten“ mit Kara Huber
    16 Uhr musikalischer Ausklang mit Orgelmusik

 

Das Plakat als pdf zum Download: adk-plakat_tag-offenes-denkmal_04_www

Der Kirchhof, ein besonderes Kleinod

Der Kirchhof, ein besonderes Kleinod

Hinter der imposanten Feldsteinmauer, die das Areal der Alten Dorfkirche umschließt, verbirgt sich der Kirchhof, ein verwunschener Ort, eine kleine grüne Insel mitten im Dorf. Heute ist der ehemalige Friedhof ein Naturdenkmal.

Reste der ursprünglichen Bepflanzung, wie die knorrigen Maulbeerbäume, sind noch vorhanden. Sie waren zur Zeit Friedrich des Großen, der sehr an der Seidenherstellung interessiert war, Mode. Die Bäume lieferten Nahrung für die Seidenraupen, deren Zucht letztlich nicht von Erfolg gekrönt war. Die Maulbeerbäume sind heute stark dezimiert, andere Bäume hingegen, wie zum Beispiel Eiben, sind geradezu übermächtig geworden. Ursprünglich als kleine, regelmäßig zu schneidende Umrandung einer Gräberfläche geplant, sind sie nun sechs Meter hoch aufgeschossen und haben sich seitlich so verbreitert, dass sie die Grabkreuze darunter völlig überwuchern.

Als Grabeinfassungen entdeckt der Besucher auch schöne schmiedeeiserne Zäune, die allerdings seit ihrer letzten Restaurierung vor 30 Jahren wieder Rost angesetzt haben. Die Grabkreuze aus Stein oder Schmiedeeisen sind reichverzierte Kunstwerke, die zum Teil vergoldet waren. Neben Wind und Wetter hat auch eine andere Ursache bedauerliche Schäden an den Grabmälern hinterlassen: der Vandalismus. Zierleisten wurden mutwillig herausgebrochen wie auf dem Bild zu sehen ist.

Im Hinblick auf das Jubiläum verfolgt die Gemeinde zwei Ziele: den Kirchhof einerseits zu restaurieren und ihn andererseits neu zu beleben und als Ort der Ruhe, der Einkehr und Begegnung zu gestalten. Er soll an das öffentliche Leben in Zehlendorf angebunden werden. Dazu werden Pflanzen denkmalgerecht gestutzt und ergänzt. Ein neuer befestigter Weg soll durch den Kirchhof führen. An einigen Stellen sollen Bänke zum Verweilen einladen.

In der hintersten Ecke des Kirchhofs gibt es ein großes Areal, das nie als Friedhof genutzt wurde und momentan völlig verwildert ist. Dort ließe sich auch einiges ändern. Vielleicht erscheint manche Idee im ersten Moment etwas ungewohnt und gewagt. Machbar ist so einiges, dass anderenorts in Berlin bereits umgesetzt wird. Die meist verwaisten alten Kirchhöfe können als grüne Oasen der Ruhe und Besinnung einladend als lebendige Orte gestaltet werden. Belebte und gepflegte Orte, an denen sich Menschen aufhalten, erhöhen nachweislich die Hemmschwelle für zerstörerisches Verhalten.

Auch ein weiteres hässliches Problem, den Missbrauch des Kirchhofes als Bedürfnisanstalt, ließe sich so womöglich verhindern. Im Moment befindet sich die Arbeitsgruppe und der Förderverein Alte Dorfkirche in der Planungsphase. Es steht noch nicht fest, welche Ziele sich tatsächlich verwirklichen lassen.

Von Beatrix von Wedel
Die Autorin ist Leiterin der Arbeitsgruppe Alte Dorfkirche.

Die Maulbeerbäume: Es musste etwas geschehen…

Die Maulbeerbäume: Es musste etwas geschehen…

Die Ausgangslage. An einem der heißesten Tage im Sommer dieses Jahres war ein dicker Ast von einem der alten Maulbeerbäume auf dem Kirchhof an der Alten Dorfkirche abgebrochen. Er fiel auf die Kirchhofmauer und behinderte die Wartenden an der BVG-Haltestelle Zehlendorf Eiche. Auch eines der schmiedeeisernen Grabkreuze hatte der morsche Ast bei seinem Absturz aus dem Fundament herausgebrochen.

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