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Die Sanierung hat begonnen

Die Sanierung hat begonnen

Ein Blick über die Kirchhofmauer zeigt: Die Kirche ist eingerüstet, die Mauern sind wie hinter einem Schleier verschwunden. Der Putz ist zum großen Teil abgeschlagen, um den Verlauf der Risse im oberen Bereich der Mauer sichtbar zu machen. Zutage kam ein sogenanntes Mischmauerwerk aus Feldsteinen, die noch von der Vorgängerkirche stammen, und aus Backsteinen.

Am oberen Rand der Außenmauer, parallel zum Dach, sind an allen Ecken waagerechte Bohrungen durchgeführt worden, um Stahlstangen einzubringen, die den oberen Mauerkranz stärken und zusammenhalten sollen. Die Bohrungen sind sehr knifflig. Da die Feldsteine sehr hart sind, haben sich einige Bohrer ihre Zähne ausgebissen und es musste „bissigeres“ Bohrmaterial eingesetzt werden. Auf die übliche Kühlung des Bohrens durch Wasser musste weitgehend verzichtet werden, damit kein Wasser in das Mauerwerk eindringt.

Mauerwerk und Dachstuhl zuerst

An erster Stelle stehen die Instandsetzung des Mauerwerks und des Daches. Das Einwerben von Fördermitteln und Spenden für die Baumaß- nahmen steht im Moment im Vordergrund unserer Aktivitäten. Über einige unserer Anträge auf Fördermittel wird im Laufe des Frühjahres entschieden. Davon wird es abhängen, ob wir die geplanten Baumaßnahmen in einem einzigen Arbeitsgang durchführen können. Falls dies nicht der Fall sein sollte, besteht die Möglichkeit, die Renovierungen in zwei Schritten nach und nach durchzuführen. Der Baubeginn ist auf jeden Fall für den Sommer geplant.

Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 11. September: Gemeinsam Denkmale erhalten!

Tag des Offenen Denkmals, Sonntag, 11. September: Gemeinsam Denkmale erhalten!

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten!“ steht der diesjährige Tag des Offenen Denkmals, der alljährlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet wird. Auch die Alte Dorfkirche wird an den beiden Tagen ihre Tür öffnen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, der Gemeinde sowohl in der Kirche als auch auf dem Kirchhof alles zu zeigen, was wir zur Vorbereitung des Jubiläums der Dorfkirche 2018 geplant haben.

„250 Jahre Alte Dorfkirche 2018“ heißt das Projekt zur Sanierung der Kirche, von dem wir in den Paulus Blättern schon mehrfach berichtet haben. Viel anschaulicher als Berichte und Fotos ist der eigene Eindruck vor Ort, zu dem nun Gelegenheit besteht. Sie können die Risse in den Mauern inspizieren und den Wildwuchs auf dem Kirchhof selbst in Augenschein nehmen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe werden Ihnen auf Ihre Fragen eine Antwort geben und die  Gutachten und Empfehlungen, die wir bislang eingeholt haben, erläutern. Und natürlich sind auch Sie mit ihren Anregungen und Ideen gefragt!

Dazu könnte das Motto „gemeinsam Denkmale erhalten“ nicht besser passen. Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die große Aufgabe der Sanierung zu stemmen. Ein ehrgeiziges Ziel besteht darin, das Geld für die Sanierung einzuwerben. Anträge an Stiftungen und öffentliche Einrichtungen wurden gestellt, aber nur gemeinsam mit der Gemeinde und ihren Mitgliedern werden wir die erforderlichen Mittel aufbringen können. Unser Spendenaufruf an die Gemeinde beginnt am Tag des Offenen Denkmals.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren, Sie können gezielt für das Projekt, dass ihnen am Herzen liegt, spenden, zum Beispiel eine Neupflanzung auf dem Kirchhof oder die Neugestaltung des Altarraumes. Oder aber sie können ihre Spende allgemein dem gesamten Projekt zugute kommen lassen. Ein Flyer wird die verschiedenen Möglichkeiten erläutern.

Wir freuen uns auf ihren Besuch, auf ein Gespräch bei Gebäck und einer Erfrischung. Für die Veranstaltung haben wir eigens ein Rezept kreiert: einen Keks mit Maulbeeren und Nüssen, angeregt durch die Maulbeerbäume des Kirchhofes. Ins Gespräch kommen können Sie auch mit Kara Huber. Sie ist als Expertin für Dorfkirchen im Beirat des Sanierungsprojektes und wird einen kurzen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Unser Kleinod erhalten und gestalten“ halten. Den Abschluss des Wochenendes bildet ein musikalischer Ausklang mit Orgelmusik mit Kantor Cornelius Häußermann.

Programm

  • Besichtigung der Alten Dorfkirche am
    Samstag, 10. September, 10 bis 16 Uhr
    (Von 14 bis 15 Uhr bleibt die Kirche wegen einer Trauung für Besichtigungen geschlossen. In dieser Zeit besteht Gelegenheit, das Heimatmuseum nebenan zu besichtigen.)
  • Sonntag, 11. September, Tag des Offenen Denkmals, 10 bis 16 Uhr
    15 Uhr Kurzvortrag und Diskussion „Unser Kleinod erhalten und gestalten“ mit Kara Huber
    16 Uhr musikalischer Ausklang mit Orgelmusik

 

Das Plakat als pdf zum Download: adk-plakat_tag-offenes-denkmal_04_www

Grundsanierung Alte Dorfkirche: Risse einfach zuspachteln…

Grundsanierung Alte Dorfkirche: Risse einfach zuspachteln…

Nein!, Nein!, Nein! Die Risse an den Wänden unserer Alten Dorfkirche müssen so geschlossen werden, dass sie in den nächsten hundert Jahren nicht wieder auftreten. Einfach zuspachteln geht da nicht.

In einem Schadensgutachen hat das renommierte Ingenieurbüro GSE die Schäden dokumentiert und einen Sanierungsplan vorgestellt. Dieser Plan lässt sich vereinfacht in drei Bereiche aufteilen: Sanierung der Mauern, Sanierung des Dachgebälks, Sanierung der Deckenbalken. Für die geplanten Arbeiten teilten uns die Denkmalschutzbehörde und das kirchliche Bauamt bereits eine Teilgenehmigung beziehungsweise Zustimmung mit.

Die acht Außenwände werden oberhalb der Fenster in Längsrichtung durch­bohrt. In diese Bohrungen werden Zugstangen aus Edelstahl eingeschoben und der Raum zwischen Zugstange und Bohrung wird mit Spezialmörtel verpresst. Hierdurch wird die sichere Verbindung zwischen dem Mauerwerk und der Zugstange geschaffen, so dass zum Schluss die Mauern durch eine Art von Ringanker stabilisiert werden. Diese Konstruktion war zur Bauzeit des Gebäudes noch unbekannt. Sie verhindert das Auseinanderdrücken des Mauerwerks, das man sich modellhaft wie eine Tulpenblüte vorstellen kann – die naturgemäß keinen Ringanker hat oder braucht. Die klaffenden Risse werden mit eingelegten Stahlstäben, sogenannten Nadeln, überbrückt und in die Fugen und Risse wird Mörtel gepresst.

Insektenfraß und Hausschwamm

Auf dem so bewehrten und stabilisierten Mauerwerk liegt dann das Dach. Im Dach sind einige Schadstellen zu sanieren. Es sind Stellen mit Insektenfraß und Hausschwamm-Befall, der zur Zeit aber inaktiv ist. Außerdem sind einige Aussteifungshölzer einzubauen und die Auflagerpunkte der Dachsparren korrekt auszuführen. Zwischen Dachhaut und Sparren befinden sich die sogenannten Aufschieblinge. Sie müssen mit den Sparren tragfähig verbunden sein. Hier muss an einigen Stellen korrigierend nachgebessert werden.

Einen Eindruck vom Balkenwerk der Alten Dorfkirche gewinnen Sie, wenn Sie das Bild der Dachreparatur aus dem Jahr 1952 betrachten. Das Bild wird im Archiv des Heimatvereins gehütet.

Der dritte Arbeitsbereich ist die Sanierung der Raumdecke. Bei materialsparenden Reparaturen nach 1945 wurden defekte Balkenköpfe abgetrennt und wieder durch Laschen stabilisiert. Dieses „weiche“, aber nicht instabile (!), Balkenwerk neigt zu geringen Verformungen und deshalb können die Risse im Deckenputz entstanden sein. Die gesamte Raumdecke soll durch angeschraubte Holzbohlen so versteift werden, dass eine verformungsstabile  Deckenscheibe entsteht. Sie liegt dann mit den Deckenbalken auf dem sanierten und tragfähigen Mauerwerk.

Zum Abschluss aller Zimmermannsarbeiten kann der Wand- und Deckenputz teilweise ergänzt oder vollständig neu aufgebracht werden. Die Anstricharbeiten sind nach Abstimmung mit den Denkmalschutzfachleuten von Kirche und Bezirk auszuführen.
Alle Arbeiten könnten im Jahr 2017 durchgeführt werden – falls wir es schaffen würden, die erforderlichen Finanzmittel zu sammeln.

Erste, fachlich fundierte Schätzungen ergeben eine Bausumme von 340.000 Euro. Zur Zeit werden Anträge auf Fördermittel bearbeitet, mit denen wir uns bemühen, bei Stiftungen und anderen Unterstützern Geld für die Arbeiten zu bekommen. Auch der Förderverein Alte Dorfkirche wird sich aus seinen Spenden an der Finanzierung kräftig beteiligen. Helfen Sie mit. Jede Spende ist hilfreich.

Von Eckard Siedke